Dienstag , 4 August 2026

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Milliarden-Initiative für digitale Souveränität: EU schreibt Bau von bis zu sieben „KI-Gigafabriken“ aus

Die Europäische Union startet eine großangelegte Infrastrukturoffensive: Durch die Kombination aus öffentlichen Mitteln und privaten Investitionen sollen über 30 Milliarden Euro in den Aufbau europäischer Höchstleistungs-Rechenzentren fließen. Ziel ist es, den Kontinent bei der Entwicklung fortschrittlicher Künstlicher Intelligenz unabhängig zu machen.

 


 

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Die Europäische Kommission hat offiziell eine Ausschreibung für den Bau von bis zu sieben sogenannten „KI-Gigafabriken“ in Europa eröffnet. Die Initiative ist Teil der Strategie, Europas technologische Souveränität zu sichern und die EU als weltweiten Kernstandort für Künstliche Intelligenz zu etablieren.

Das Projekt verbindet öffentliche Gelder von EU und Mitgliedstaaten in Höhe von bis zu 10 Milliarden Euro mit erwarteten privaten Investitionen von mindestens 20 Milliarden Euro.

Hochleistungs-Infrastruktur für Wirtschaft und Forschung

Die geplanten KI-Gigafabriken sollen modernste KI-Prozessoren, hochentwickelte Software- und Cloud-Stacks, Hochgeschwindigkeitsnetzwerke sowie energieeffiziente Rechenzentrumsarchitekturen an einem Ort bündeln.

Zusammen mit dem bestehenden europäischen Netz aus 19 kleineren KI-Fabriken soll die neue Super-Infrastruktur Unternehmen und Forschungseinrichtungen zur Verfügung stehen:

  • Zielgruppen: Start-ups, Scale-ups, kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die Industrie sowie Wissenschaft und Behörden.
  • Einsatzbereiche: Das Training, die Inferenz (Anwendung) und die Feinabstimmung modernster KI-Grenzmodelle („Frontier Models“).
  • Standards: Sämtliche Kapazitäten werden strikt nach europäischen Vorgaben für Datenschutz, IT-Sicherheit und Ethik betrieben.

Staffelung der Förderung: Bis zu vierfache Leistung geplant

Das Vergabeverfahren wird vom Gemeinsamen Unternehmen für europäisches Hochleistungsrechnen (GU EuroHPC) zusammen mit 18 teilnehmenden EU-Staaten – darunter Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien – gesteuert. Die Förderung erfolgt in zwei Losen und jeweils zwei Entwicklungsphasen:

  1. Los 1 (bis zu 4 Vorhaben): Erhält in Phase 1 bis zu 100 Millionen Euro EU-Mittel und in Phase 2 bis zu 400 Millionen Euro. Jede Anlage muss zum Start mindestens so viele Spitzen-Prozessoren bieten wie die derzeit stärkste KI-Fabrik Europas und diese Kapazität in Phase 2 verdreifachen.
  2. Los 2 (bis zu 3 Vorhaben): Erhält in Phase 1 bis zu 200 Millionen Euro EU-Mittel und in Phase 2 bis zu 800 Millionen Euro. Gestartet wird mit der doppelten Kapazität des aktuellen europäischen Spitzenwerts, die in Phase 2 auf das Vierfache ausgebaut werden muss.

Bewerben können sich Konsortien und Zweckgesellschaften aus Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Investoren. Die Gigafabriken können an einzelnen Standorten, aufgeteilt auf mehrere Regionen oder als grenzüberschreitende Verbundprojekte realisiert werden.

Hardware-Versorgung und Kooperation mit US-Konzernen

Da die Leistungsfähigkeit fortgeschrittener KI von spezialisierter Hardware abhängt, erlaubt die EU den Konsortien den Einkauf bei Herstellern aus Europa oder verbündeten Staaten. Ein Teil der Aufträge kann gezielt für europäische Start-ups reserviert werden, um die heimische Lieferkette zu stärken.

Gleichzeitig hat die EU-Kommission im Nachgang zu Handelsabkommen Absichtserklärungen mit den drei führenden US-Chipkonzernen NVIDIA, AMD und Qualcomm unterzeichnet. Dies soll den Konsortien den reibungslosen und bevorzugten Zugriff auf die benötigten Spitzen-Prozessoren sichern.

Zeitplan für den Baubeginn

Interessierte Konsortien können ihre Anträge bis zum 12. November 2026 einreichen. Nach Auswertung durch das GU EuroHPC werden die Vergabebeschlüsse für Anfang 2027 erwartet. Nach Unterzeichnung der Verträge soll der Bau der ersten KI-Gigafabriken noch im Laufe des Jahres 2027 anlaufen.

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