Freitag , 1 März 2024

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So soll 6G zukünftig das Gesundheitssystem verbessern

Im Gesundheitssystem der Zukunft muss der Mensch im Mittelpunkt stehen: Patienten, Angehörige und medizinisches Fachpersonal. Darüber waren sich heute die Teilnehmer einig, die im Rahmen des bundesweiten Forschungsprojekts „6G-Health“ an der Charité zusammengekommen waren. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie medizinische Anwendungen im Zusammenspiel mit Kommunikationsnetzen die klinische Zusammenarbeit und damit den Behandlungsalltag von Patienten erleichtern und inhaltlich verbessern können.

Ansätze und Ideen gibt es viele, um die Patientenversorgung zu verbessern: Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder Diabetes sollen sich beispielsweise in Zukunft von Patienten und Pflegenden über vernetzte Wearables nicht nur beobachten, sondern auch skalierbar auswerten lassen. Computergestützte Exoskelette können Patienten zu mehr Bewegungsfreiheit verhelfen und die Pflegenden beim Umgang mit Bettlägerigen unterstützen. Und auch an anderer Stelle kann das Gesundheitswesen, das derzeit vor großen Herausforderungen steht, von Digitalisierung und neuen Technologien profitieren. Denn ein Personalmangel in verschiedenen medizinischen Berufen oder zu lange Liegezeiten von Patienten in den Krankenhäusern, die medizinisches Personal binden, gefährden die Patientenversorgung. Digitalisierung, neue Technologien und Vernetzung sollen dieser Entwicklung entgegenwirken, indem sie die klinische und medizintechnische Zusammenarbeit verbessern.

Mit Hilfe von 5G-Netzen kann das Krankenhaus schon heute smart werden

Um die Vision vom smarten Krankenhaus zu verwirklichen sind schnelle Mobilfunk-Netze, die Datenströme schnell und zuverlässig verarbeiten, eine wesentliche Voraussetzung. Der 5G-Standard zeichnet sich im Vergleich zu vorherigen Mobilfunk-Generationen durch geringe Verzögerungen bei der Datenübertragung und hohe Bandbreiten aus. Mit ihm lassen sich große Datenmengen stabil übertragen und Daten vor Ort sicher verarbeiten. Mit dem Nachfolge-Standard 6G soll das Mobilfunk-Netz noch leistungsstärker werden. Besonders sicher werden Daten in 5G-basierten Campus-Netzen übertragen.

Campus-Netze vernetzen das Krankenhaus und erhöhen die Verfügbarkeit von 5G

5G Campus-Netze sind lokale, örtlich begrenzte Mobilfunk-Netze auf einem Krankenhausgelände. Sie sind meist nicht öffentlich und sensible Daten dadurch besonders sicher. Zudem gelten 5G-basierte Campus-Netze als präzisere, stabilere und sichere Alternative zu WLAN-Netzen. Durch den Einsatz von Edge-Computing auf dem Krankenhaus-Gelände erfolgt die Datenverarbeitung, Analyse und Speicherung von Daten zudem viel näher an der Datenquelle. Für die Datenverarbeitung müssen die Daten keine langen Wege zu Servern an entfernten Standorten mehr zurücklegen.

Über die Chancen und Herausforderungen auf dem Weg zur „smarten Klinik“ sprachen Prof. Dr. Thomas Neumuth, Technischer Direktor ICCAS an der Universitätsmedizin Leipzig & stellvertretender Projektleiter 6G Health sowie Prof. Dr. med. Sascha Treskatsch von der Charité-Universitätsmedizin Berlin, Susanne Schlagl, Leiterin Vodafone Health sowie Dr. Ralf Irmer, Leiter des Vodafone Tech Innovation Centers in Dresden.

Susanne Schlagl, Leiterin von Vodafone Health, sah die kommende Krankenhausreform als Chance, schon heute die Grundlage für die ‚smarten Kliniken‘ der Zukunft zu legen. „Vernetzung zwischen den Versorgern, möglichst sektorenübergreifend, wird ein Schlüssel zur digitalen Transformation sein und zur erhofften Qualitätssteigerung beitragen. Dazu müssen wir bei der jetzt beginnenden Standardisierung von 6G darauf achten, mit Medizinern und Pflegekräften eng zusammen zu arbeiten und den Standard auf Basis von Erfahrungen und Arbeitsabläufen gemeinsam zu definieren.“

Dr. Ralf Irmer, Projektleiter 6H-Health und Leiter des neuen Vodafone Tech Innovation Centers in Dresden, wies darauf hin, dass ein kommerziell verfügbares 6G-Netz nicht vor 2030 zu erwarten sei. Er betonte, dass bereits das heutige 5G-Netz für die Patientenversorgung auf dem Land und in Kliniken viele neue Möglichkeiten bietet: „Im ländlichen Raum verbessert die videobasierte Online-Sprechstunde den Zugang zu Ärzten. Smarte Diagnostikgeräte wie der mobile Ultraschall übertragen in Echtzeit hochauflösende Bilder auf das Smartphone eines Arztes auf einer anderen Station, der so eine erste schnelle und präzise Diagnose stellen kann.“ Grundlage dafür seien vor allem 5G-basierte Campusnetze in Krankenhäuser, sagte Ralf Irmer.

Prof. Dr. Thomas Neumuth, technischer Direktor ICCAS an der Universitätsmedizin Leipzig und stellvertretender Projektleiter 6G HEALTH betonte vor allem die Notwendigkeit von Forschungsprojekten: „6G wird durch die Verknüpfung mit biomedizinischen Technologien und verbesserten KI-Funktionen die medizinische Versorgung und Forschung grundlegend verändern, wodurch Echtzeitüberwachung und -behandlung von Patienten ermöglicht sowie Kosten reduziert werden.“

Für Prof. Dr. med. Sascha Treskatsch, Direktor der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin am Campus Benjamin Franklin der Charité – Universitätsmedizin Berlin ist der vernetzte Operationssaal ein erster Schritt in Richtung smarte Klinik. Ein weiterer Schritt wäre Treskatsch zufolge der einfache Austausch von Biosignalen innerhalb des Gesundheitssystems, welcher zudem die Ableitung patienten-spezifischer Grenzwerte durch KI-Analysen ermöglicht. „Mithilfe solcher Echtzeit-Unterstützungssysteme könnten wir die perioperative Versorgung individualisiert für den einzelnen Patienten verbessern und Komplikationen vermeiden.“

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