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Anzeige der GVU: Bundesweite Großrazzia gegen Boerse.bz

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V.  (kurz: GVU) hat Anzeige gegen die Internetplattform Boerse.bz erstattet. Als Folge führten über 400 Polizisten eine bundesweite Großrazzia durch und durchsuchten über 120 Wohnungen. Das Portal Boerse.bz ist allerdings weiterhin erreichbar.

Anzeige der GVU: Bundesweite Großrazzia gegen Boerse.bz
Anzeige der GVU: Bundesweite Großrazzia gegen Boerse.bz

Nachdem in der vergangenen Woche bereits Festnahmen in Bezug auf die Streaming-Plattform Kinox.to erfolgten, gab es heute eine Razzia gegen mögliche Betreiber und Hintermänner des Portals Boerse.bz. Die Hausdurchsuchungen erfolgten aufgrund einer Anzeige der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V.  (kurz: GVU).

Beteiligt an den Durchsuchungen waren über 400 Polizeibeamte. Insgesamt wurden 121 Wohnungen in 14 Bundesländern nach möglichen Beweismitteln durchsucht. Die Hausdurchsuchungen wurden seitens der Staatsanwaltschaft Köln angeordnet. Den Verantwortlichen wird vorgeworfen, über einen längeren Zeitraum in erheblichem Ausmaß aktuelle, urheberrechtlich geschützte Kino- und Spielfilme, Musikalben, Software und E-Books bei diversen Filehostern hochgeladen und über das Portal “boerse.bz” einer überwiegend deutschen Downloadszene bereitgestellt zu haben.

Boerse.bz gilt als einer der größten Anlaufstellen der Warez-Szene und soll über 2,7 Millionen aktive Nutzer verfügen. Inhalte wie Kino- und Spielfilme, Musik, Software und E-Books sollen den Besuchern via verschiedenen Filehostern zur Verfügung gestellt worden sein.

Weiterer Schlag gegen Raubkopierer?

Im vergangenen Jahr wurde bereits das Portal Kino.to abgeschaltet. Hintermänner verhaftet und teilweise zu Strafen verurteilt. Auch gegen den Nachfolger mit dem Namen Kinox.to wurde in der vergangenen Woche vorgegangen. Weiterhin sollen auch dazugehörige Filehoster in den kommenden Wochen näher beleuchtet werden. Ob zwischen Kinox.to und Boerse.bz eine Gemeinsamkeit besteht oder diese sogar zum selben Netzwerk gehören ist bisher nicht bekannt.

Das Ausmaß der illegalen Aktivitäten wurde unter Mithilfe und auf Anzeige der GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen) sowie der Münchener Medienkanzlei WALDORF FROMMER ermittelt.

Die Uploader, die für Boerse.Bz, tätig gewesen sind, sollen monatliche Gewinne im vierstelligen bis fünfstelligen Bereich eingefahren haben. Die GVU vermutet, dass die Uploader auf Provisionsbasis für entsprechende Filehoster tätig waren. Die Haupteinnahmequelle solcher Portale liege vor allem beim Vertrieb von sogenannten Premium-Accounts, wodurch die Nutzer gewünschte Inhalte ohne Geschwindigkeitsbeschränkungen beziehen können. Zusätzlich verdienen besagte Portale durch das Bereitstellen von Werbeflächen für Onlinewerbung.

Bei den Hausdurchsuchungen seien Computer, Festplatten und eine Reihe von CDs sowie DVDs sichergestellt worden. Über mögliche Festnahmen im Zusammenhang mit den 121 Hausdurchsuchungen ist bisher nichts bekannt geworden. Allerdings seien einige Tatverdächtige kooperationsbereit.

Boerse.Bz mit über 800.000 Seitenaufrufen aus Deutschland

Nach Angaben der GVU gehört Boerse.Bz zu den größten Plattformen in Deutschland. Registrierte Nutzer konnten auf über 11.000 E-Books, knapp 30.000 Spielen für verschiedene Endgeräte, über 61.000 Filmen, 13.500 Serien wie auch fast 16.000 Dokumentationen zugreifen. Diese Inhalte konnten unter anderem in Verbindung mit einem Filehoster bezogen werden.

In den vergangenen Jahren konnte die Plattform ein großes Netzwerk an aktiven Uploadern aufbauen, die neueste Inhalte auf verschiedene Filehoster verteilten und im Anschluss für die Nutzer zur Verfügung gestellt haben. Beliebte Filehoster waren Bitshare, Freakshare wie auch Oboom.

Quelle: Presseportal

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