Dienstag , 19 Mai 2026

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Kluft zwischen Praxis und Lehre: Mehrheit der Studierenden nutzt KI intensiv – Hochschulen hinken hinterher

Generative Künstliche Intelligenz (KI) hat sich im Studienalltag im deutschsprachigen Raum fest etabliert. Mehr als die Hälfte der Studierenden nutzt entsprechende Tools mindestens mehrmals pro Woche für akademische Zwecke. Gleichzeitig offenbart sich jedoch eine wachsende Lücke zwischen der alltäglichen Nutzung und der Unterstützung durch die Bildungseinrichtungen: Viele Befragte fühlen sich von ihren Hochschulen beim kompetenten Umgang mit KI unzureichend begleitet.

 


 

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Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Online-Befragung unter 402 Studierenden in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die von der ACAD International Research AG im Wintersemester 2025/26 durchgeführt wurde.

Die zentralen Befunde im Überblick

Die Ergebnisse der Erhebung verdeutlichen, wie tief KI-Anwendungen bereits im studentischen Workflow verankert sind, werfen jedoch auch ethische und qualitative Fragen auf:

  • Hohe Nutzungsfrequenz: 57 % der befragten Studierenden setzen KI-Tools mindestens mehrmals pro Woche im Studium ein, fast jede sechste Person (rund 18 %) nutzt sie sogar täglich.
  • Delegation von Prüfungsleistungen: Etwa 15 % der Umfrageteilnehmer geben an, sich häufig vollständige Arbeiten von einer KI generieren zu lassen.
  • Ausgeprägtes Problembewusstsein: Über 70 % der Befragten bewerten das Erstellen kompletter Arbeiten durch KI-Systeme als ethisch bedenklich. Zudem berichtet fast die Hälfte (rund 50 %) von häufig fehlerhaften oder unvollständigen Ergebnissen durch die genutzten Werkzeuge.
  • Mangelhafte Unterstützung: Nur rund ein Fünftel der Studierenden bewertet das KI-Ausbildungsangebot der eigenen Hochschule als gut oder sehr gut. Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden kritisiert, zu wenig Orientierung darüber zu erhalten, welcher KI-Einsatz im Studium überhaupt erlaubt ist.

Differenzierter Blick auf die Werkzeuge

„Unsere Daten zeigen: KI ist im Studienalltag längst angekommen“, erklärt Dr. Sandra Reichstetter, Leiterin der Studie. „Viele Studierende nutzen KI intensiv, fühlen sich beim wissenschaftlich sinnvollen Umgang damit aber weitgehend auf sich allein gestellt.“

Dabei zeigt die Untersuchung, dass Studierende sehr genau zwischen legitimer Unterstützung und Täuschung unterscheiden. Anwendungen, die den Lern- und Schreibprozess begleiten – wie Brainstorming, Literaturrecherche oder die sprachliche Überarbeitung eigener Texte –, werden von der Mehrheit positiv wahrgenommen. Eine vollständige Delegation wissenschaftlicher Leistungen an eine KI wird hingegen mehrheitlich kritisch reflektiert.

Über die Studie

Die Online-Befragung wurde im Zeitraum vom 8. September bis zum 2. Dezember 2025 realisiert. Die Rekrutierung der 402 studentischen Teilnehmer aus der DACH-Region erfolgte über soziale Medien sowie studentische Netzwerke. Die Ergebnisse sind zwar nicht repräsentativ, liefern jedoch wertvolle und fundierte Einblicke in das aktuelle Nutzungsverhalten, die ethischen Einstellungen und die Erwartungen von Studierenden im Umgang mit generativer KI.

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