Freitag , 22 November 2019
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Welche Internetgeschwindigkeit braucht mein Handy?

Welche Internetgeschwindigkeit braucht mein Handy? – Bei wem die Internetseiten eine halbe Minute zum Laden brauchen, hat sich schon mal sicherlich gefragt, mit welcher Geschwindigkeit sein Handy eigentlich surft. Dabei ist in den Verträgen meistens die Rede von LTE Netz und maximal Geschwindigkeiten von bis zu 300 MBit oder gar 500 MBit pro Sekunde. Die Realität sieht dabei anders aus. In der Regel erhält man eine Höchstgeschwindigkeit von entweder 25 MBit, 7 MBit oder 1 MBit pro Sekunde. Stellt das ein Problem dar? Ja, wenn einem eine andere Geschwindigkeit verkauft wird und nein, da man auch problemlos mit den obengenannten Einheiten surfen kann. Aber welche Geschwindigkeit braucht der Nutzer? Es ist ja nicht so, dass jeder Handybesitzer mit demselben Datenvolumen auskommen kann. Wer braucht wie viel und wie wird das erreicht? Auf diese und andere Fragen soll im Weitern eingegangen werden. 

Geschwindigkeitsunterschied

Damit man sich in groben Zügen vorstellen kann, was die Geschwindigkeiten von 1 MBit/s und 500 MBit/s von einander unterscheidet und was man damit machen kann, wird in der folgenden Darstellung diese Differenzierung überschaubar präsentiert. Als Beispiel dafür sollen zwei Aufgaben stehen, die auf die Internetgeschwindigkeit angewiesen sind: Download eines durchschnittlichen Songs von 3 MB und Download eines größeren Youtube-Clips von 20 MB. Die Zeiten, die man für das Herunterladen braucht, sollen in Minuten angezeigt werden. Zusätzlich wird auch die entsprechende Verbindungstechnik neben den Ergebnissen notiert.

  • Geschwindigkeit 1 Mbit/s: 0:25 für den Song und 2:47 für das Video (UMTS)
  • Geschwindigkeit 16 Mbit/s: 0:02 für den Song und 0:10 für das Video (UMTS)
  • Geschwindigkeit 21,6 Mbit/s: 0:01 für den Song und 0:07 für das Video (UMTS/LTE)
  • Geschwindigkeit 25 Mbit/s: 0:01 für den Song und 0:06 für das Video (UMTS)
  • Geschwindigkeit 42,2 Mbit/s: 0:01 für den Song und 0:03 für das Video (UMTS)
  • Geschwindigkeit 50 Mbit/s: 0:01 für den Song und 0:03 für das Video (LTE)
  • Geschwindigkeit 100 Mbit/s: 0:01 für den Song und 0:01 für das Video (LTE)
  • Geschwindigkeit 225 Mbit/s: 0:01 für den Song und 0:01 für das Video (LTE)
  • Geschwindigkeit 300 Mbit/s: 0:01 für den Song und 0:01 für das Video (LTE)
  • Geschwindigkeit 500 Mbit/s: 0:01 für den Song und 0:01 für das Video (LTE)

Man kann erkennen, dass ab der Geschwindigkeit von 16 MBit/s sowohl der Song, als auch das Video in ungefähr 10 Sekunden heruntergeladen werden können. Alle weiteren Geschwindigkeiten sind zwar schneller, aber die Differenz, um die es sich handelt, beträgt nur einige Sekunden, sodass man auch mit 16 MBit/s problemlos surfen kann. Der Unterschied wird erst dann bemerkbar, wenn man größere Dateien – mehr als 1 GB – herunterzuladen versucht.

KBit/s Geschwindigkeiten

Inwiefern unterscheiden sich aber die Geschwindigkeiten bei KBit/s und MBit/s? Hierbei macht sich der Unterschied stark bemerkbar. Hat man zum Beispiel einen Surfspeed von 2 Kbit/s, kann man nicht einmal ordentlich WhatsApp Nachrichten verschicken. Will man eine Internetseite öffnen, kann es sich um beträchtliche Dauer handeln. Kann man aber mit  den Internet nutzen, ohne das man die Geduld verliert? In der Regel entsprechen die Geschwindigkeiten von 16 Kbit/s, 32 Kbits und 64 Kbit/s dem gedrosselten Internetspeed. Diese tritt dann ein, wenn der von dem Tarif bereitgestellte Volumen verbraucht wurde. Bei dem Unternehmen Drillisch (smartmobil, simply, sim.de etc) wird das Surfen auf 16 Kbit/s gedrosselt, bei O2
und Vodafone auf 32 Kbit/s und bei Telekom auf 64 Kbit/s. Bei allen drei Kategorien bzw. Internetgeschwindigkeiten sollte der Nutzer sehr geduldig sein. Obwohl der WhatsApp Nachrichtendienst mit allen drei möglich ist, wird es problematisch im Bereich von Bilder- und Videosverschicken, sowie Laden von Internetseiten – das kann sogar mehr als eine Minute in Anspruch nehmen.

MBit/s Geschwindigkeiten

Hat man einen Tarif, der eine Geschwindigkeit oder Drosselung von 1 MBit/s vorsieht, sollte man sich keine Sorgen machen. Wie es schon an der Darstellung oben angezeigt wurde, sorgt diese Geschwindigkeit für eine angenehme und bequeme Internetnutzung. Mit 1 MBit/s kann man ohne weiteres sogar Filme und/oder YouTube Videos streamen. Dasselbe betrifft auch Internetseiten, Musikstreaming, sowie andere Anwendungen, wie zum Beispiel Pokemon Go. Dementsprechend wird man mit 7 MBit/s und höher mehr als zufrieden bleiben. Ab dieser Einheit und weiter handelt es sich um schnellste Verbindungen im Netz, das auch die Wiedergabe von Videos und Filmen in HD-Qualität erlaubt. Wer also 16 MBit/s, 21,6 MBit/s oder 50 MBit/s inne hat, sollte auch größere Dateien herunterladen und genießen können. Egal ob Filme oder Online-Spiele, die Geschwindigkeit wird für schnelle Verbindung und bester Qualität sorgen. Wem aber auch das nicht genügt, kann natürlich die Tarife mit 225 MBit/s oder 500 MBit/s ausprobieren. Diese werden aber auch dementsprechend mehr kosten, als die anderen in diesem Abschnitt angeführten Angebote und können den angegebenen Geschwindigkeiten eventuell nicht entsprechen. Auch wird der erworbene Tarif bzw. der Datenvolumen sehr schnell verbraucht.

Wovon hängt die maximale Geschwindigkeit ab?

Um diese Frage beantworten zu können, reicht es nicht nur auf den Tarif oder den Vertrag zu gucken – diese werden in der Regel, wie schon erwähnt, von dem schnellsten Internet berichten. Vielmehr spielen solche Faktoren wie Netzabdeckung und das Gerät selbst eine wichtigere Rolle. So können Smartphones wie Samsung Galaxy S7 oder iPhone 7 tatsächlich die versprochene Geschwindigkeit aufbringen, wenn sie auch in dem entsprechenden Bereich genutzt werden. Sind die Handys etwas älter, wird es schon problematischer. Hierbei entsteht aber die Frage, ob es sich lohnt die LTE Verbindung zu haben oder ob man auf diese verzichten kann. Darauf wird im nächsten Untertitel eingegangen.

LTE – ja oder nein?

LTE ist vor allem dann nützlich, wenn man sich in den Gebieten befindet, die nicht für eine geringere Geschwindigkeit sorgen können, zum Beispiel 3G. Wer also schnelle Internetverbindung in „entlegenen Regionen“ will, kann auf 3G nicht verzichten und wird wahrscheinlich nichts mit LTE anfangen können. Wer aber in Großstädten unterwegs ist und/ oder sesshaft ist, kann auch ohne 3G auskommen und sich auf LTE konzentrieren. Die Internetseiten werden dadurch schneller als sonst geladen und man kann sogar einen dreistelligen MBit/s-Bereich erreichen. Wem das aber zu viel ist, kann auch selbstverständlich auf 3G zurückgreifen und wird in der Regel ohne Weiteres gute Internetverbindung haben. Im Endeffekt kommt es darauf an, ob man ein fortgeschrittener oder eher ein bescheidener Internetnutzer ist, dem die paar Sekunden Downloadzeit keinen Unterschied ausmachen.

Werbung-Technik

Natürlich spielen auch andere Faktoren eine Rolle bei dem Erwerb von mobilen Internettarifen. So sind insbesondere Formulierungen wie „eine Geschwindigkeit mit bis zu“ die wohl beliebteste Technik von Anbietern. Es heißt, dass man auch eine Geschwindigkeit bekommen kann, die unter den 225 MBit/s,  300 Mbit/s oder 500 MBit/s liegen kann. Man kann also mit der LTE-Verbindung werben, in der Regel bekommt der Kunde aber die Netzqualität dritter Generation, also 3G Internet. Dabei werden maximal 42,2 Mbit/s zur Verfügung stehen, was mehr als genug ist, aber wenn es einem um das Prinzip geht, sind solche Formulierungen wie „bis zu“ trotzdem unangenehm.

Wer kann was bereitstellen?

Wer welche Angebote bereitstellt, hängt davon ab, welche Netzqualität sie aufbringen können. So handelt es sich zum Beispiel bei Klarmobil oder Congstar um Tarife, die nur niedrige, sprich 3G, Geschwindigkeiten zur Verfügung stellen können. Drillisch kann zwar hingegen leistungsstärkere Angebote vorstellen, zum Beispiel mit maximalen 225 Mbit/, diese werden aber nur mit den neuesten Handymodellen und nur in bestimmten Bereichen erreicht. Tochterunternehmen wie Otelo oder Congstar haben inzwischen Zugriff auf LTE-Netze, die wiederum von Vodafone und Telekom bereitgestellt werden und können eine Maximalgeschwindigkeit von 50 Mbit/s anbieten. Bei diesen und anderen sollte man aber auch darauf achten, dass die Geschwindigkeiten nach dem Datenverbrauch gedrosselt werden. Das ist zum Beispiel bei O2 der Fall – hat man die Daten verbraucht, wird man bis zum nächsten Monat mit 1 MBit/s surfen müssen.

Wieso werden die Maximalgeschwindigkeiten in der Regel nicht erreicht?

Wer also eine Geschwindigkeit von 200 MBit/s und mehr will, der wird in der Regel darauf verzichten müssen. Welche Faktoren beeinflussen aber diesen Tatbestand? Welche Bedingungen müssen erfüllt werden? Im folgenden werden vier wichtigsten Punkte genannt.

  1. Netzausbau: LTE-Netz muss vollständig ausgebaut sein, um den Datenaustausch erlauben zu können. In vielen Regionen und/ oder Städten ist es nicht der Fall
  2. Viele Nutzer: sind viel zu viele Menschen in der jeweiligen Mobilfunk-Zelle, wird jede neue Verbindung dementsprechend langsamer
  3. passendes Gerät: wie schon angesprochen wurde, muss das Handy in der Lage sein, solche Verbindungen aufzubauen
  4. Störungen: der letzte Faktor lässt sich ebenso schwer berechnen, wie das Ergebnis eines Fußballspiels. Gibt es Störungen im Netz, wird die entsprechende Geschwindigkeit nicht erreicht

Des Weiteren können sich die angeführten Faktoren auch gegenseitig beeinflussen. Gibt es also ein ausgebautes Netz, können sich viele Nutzer in der Zelle befinden und die Geschwindigkeit verlangsamen. Hierbei wird es dann auch egal, ob es ein 3G oder LTE Netz ist. Die Geschwindigkeit wird dann unter anderen aufgeteilt und jeder bekommt ein reduziertes, aber trotz dessen, befriedigendes Ergebnis.

Fazit

Um die am Anfang aufgestellte Frage nochmal aufzugreifen: in der Regel benötigt man heute nicht mehr als 7 MBit/s. Mit dieser Geschwindigkeit kann man problemlos Seiten laden, Musik und Filme downloaden und Nachrichten, entweder per Mail, WhatsApp oder anderem Messenger Dienst verschicken. Was man auch bedenken sollte, ist der Preis. Man will einen günstigen Tarif und die entsprechende Leistung bekommen, was bei den Geschwindigkeiten von 7 MBit/s oder 21 Mbit/s definitiv der Fall ist, bei 300 MBit/s oder 500 MBit/s aber fraglich ist. Diese kosten meistens viel mehr, bringen aber dieselbe Leistung auf, wie billigere Tarife. Daher ist es ratsam sich vor dem Kauf eines Tarifs auf alle in diesem Artikel angeführten Details zu achten. Kann diese und jene Geschwindigkeit wirklich bereitgestellt werden oder ist das nur eine Maketing-Strategie? Kann mein Handy diese Verbindung überhaupt unterstützen? Lohnt es sich mehr als 50 Euro für eine theoretisch-schnellere Internetgeschwindigkeit auszugeben? Daher der Tipp: nicht auf die größten Zahlen schauen und darauf die Entscheidung basieren.

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