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Google CEO Eric Schmidt: Angst vor europäischen Boykott

Google CEO Eric Schmidt ist der Überzeugung, dass der Spionage-Skandal in Verbindung mit der National Security Angency das Potential besitzt, dass „Internet zu zerstören“. Des Weiteren fürchtet Schmidt, dass die Internet-Infrastruktur eine nationale Angelegenheit innerhalb der europäischen Union werden könnte. Das Misstrauen gegenüber der USA wächst zunehmend.

Google CEO Eric Schmidt: Angst vor europäischen Boykott
Google CEO Eric Schmidt: Angst vor europäischen Boykott (© Natalia Merzlyakova - Fotolia.com)

Nach Ansicht von Googles Vorstandsvorsitzenden Eric Schmidt könnte die Spionage-Affäre das Internet in der derzeitigen Form gänzlich zerstören. Er befürchtet, das Misstrauen gegenüber US-amerikanischen Produkten sorge dafür, dass die Internet-Infrastruktur eine nationale Angelegenheit werden könnte und die USA langfristig nicht mehr Bestandteil dieser Struktur sein wird.

Die US-Hightech Branche habe aufgrund der umfassenden Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden zu kämpfen. Er spricht von einen massiven Vertrauensverlust, der sich auf die Geschäfte und Umsätze der US-Unternehmen niederschlagen würde.

Um diesen Umstand näher zu beleuchten, trafen sich in der vergangenen Woche führende Köpfe der US-Wirtschaft, darunter auch Vertreter von Google, Facebook sowie Microsoft. Auch mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel soll Eric Schmidt bereits im Sommer erste Gespräche geführt haben.

Mangelndes Vertrauen gegenüber US-Unternehmen

US-amerikanische Unternehmen haben Angst, dass aufgrund des Spionageskandals rund um die National Security Agency und etwaigen US-Geheimdiensten und –Behörden, die Akzeptanz in der Welt deutlich gesunken ist. US-Senator Ron Wydan spricht davon, dass der NSA-Skandal Amerika auf Dauer einige Jobs kosten wird.

Vor allem Deutschland wie auch Brasilien arbeiten an Lösungen, um sich zumindest teilweise, von der aktuellen Infrastruktur abzuspalten. Als eines der wirtschaftlich stärksten Länder könnte Deutschland dafür sorgen, dass sich weitere Länder innerhalb der europäischen Union anschließen. Beispielsweise existieren in Deutschland bereits Pläne, wonach deutsche Unternehmen Daten über die Bürger bzw. Nutzer nur noch in Deutschland speichern dürften. Das bedeutet, erhobene Informationen von deutschen Bürgern dürften nicht in anderen Ländern oder in einer Cloud abgelegt werden.

Ramsey Homsany, seines Zeichens Rechtsberater des Cloudspeichers Dropbox, sieht hier vor allen ein Problem für junge Unternehmen, sogenannte Start-ups, die nicht in der Lage seien, in jedem Land, wo ein Dienst angeboten wird, auch eine entsprechende Server-Infrastruktur zu entwickeln. Mit den aktuellen Plänen würde eine zusätzliche Hürde für junge Unternehmen geschaffen.

Google CEO Schmidt: ‚Kauft bei Europäern‘-Bewegung

Google CEO Eric Schmidt mache sich sorgen, dass es eine Art „Kauf bei Europäern“-Bewegung geben könnte. Ein Szenario wie einst mit Made in Germany, von Brandzeichen zum Qualitätsmerkmal – mit dem Unterschied, dass das die gebrandmarkten die USA sind und das Qualitätsmerkmal für Europa stehen könnte. Wie auch immer, ein Vergleich den sich Google CEO Eric Schmidt wohl hätte sparen können.

Insgesamt zeigt sich, dass sich die großen Unternehmen in erster Linie nicht damit beschäftigen, wie der Datenschutz sinnvoll umgesetzt werden kann, sondern damit, wie US-Unternehmen an Vertrauen gewinnen können, damit auch die Umsätze wieder stimmen. Es zeigt sich eindeutig, die USA hat Angst zu viel Marktkraft an Länder innerhalb der europäischen Union zu verlieren.

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