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Behörden in Berlin setzen immer noch auf Windows XP

Der Berliner Datenschutzbeauftragte Dr. Alexander Dix schlägt Alarm. In Berlin laufen fast 29.000 Computersysteme immer noch mit dem veralteten Microsoft Betriebssystem Windows XP. Das Notprogramm von Microsoft endet am kommenden Mittwoch, danach werden keine weiteren Sicherheitsupdates bereitgestellt.

Behörden in Berlin setzen immer noch auf Windows XP
Behörden in Berlin setzen immer noch auf Windows XP (© frank peters - Fotolia.com)

Der offizielle Support von Windows XP ist im vergangenen Jahr ausgelaufen. Seit dem stellt Microsoft für private Anwender keine Updates und Sicherheitslösungen für das Betriebssystem bereit. Einige Staaten, darunter auch England, wie auch Bundesländer konnten Microsoft durch einen finanziellen Ausgleich zur Verlängerung des Supports drängen. Der verlängere Behörden-Support wird anscheinend am kommenden Mittwoch endgültig auslaufen.

Der Datenschutzbeauftragte Dr. Alexander Dix sieht das Support-Ende als sehr kritisch an. Allein in Berlin sind noch bis zu 28.902 PCs mit Windows XP als Betriebssystem unterwegs. Das zumindest war im Oktober 2014 der aktuelle Stand.

Das Vorgehen der Berliner Behörden wird als Sicherheitsrisiko eingestuft. Ein Betriebssystem das keinen offiziellen Support genießt, steigert die potentielle Gefahr durch Hackerangriffe. Der Schaden der durch nicht ausreichend gepflegte Computersysteme und Netzwerke, vor allem für den Bundesbürger, kann immens sein.

Verwaltungen und Behörden reagieren zu langsam

Nach Auffassung des Berliner Datenschutzbeauftragten reagieren die Behörden in Berlin zu langsam. Die Gefahren werden in der Verwaltung einfach unterschätzt. Veraltete Betriebssysteme, auf den möglicherweise sogar sensible personenbezogene Daten abgelegt sind, stellen für Angreifer ein gefundenes Fressen da.

Gegenüber dem RBB erklärt Dr. Alexander Dix „Es kann durchaus sein, dass die Daten zum Identitätsdiebstahl benutzt werden, Bestellungen für fremde Menschen aufgegeben werden, die davon noch nie etwas gehört haben oder dass man sich für jemand anderes gegenüber der Verwaltung ausgibt: Es sind verschiedene Szenarien denkbar. Das ist keine Lappalie und deshalb ist die Verwaltung jetzt dringend zum Handeln aufgefordert.“

Am stärksten Betroffen ist angeblich die Finanzverwaltung mit über 9.000 unsicheren Computersystemen, gefolgt von der Berliner Justizbehörde mit rund 2.150 Systemen die mit Windows XP ausgerüstet sind. Allerdings sollen einige Systeme im Januar und Februar umgestellt worden sein. Genaue Angaben über die Anzahl von Computersystemen mit Windows XP scheinen nicht zu existieren. Ferner ist auch nicht genau benannt worden, wie viele nicht internetfähige PCs mit Windows XP in die obigen Zahlen einberechnet beziehungsweise nicht einberechnet wurden.

Über das Support-Ende von Windows XP

Die technische Unterstützung für das inzwischen 13 Jahre alte Betriebssystem Windows XP wurde im vergangenen Jahr am 8. April 2014 nach ausreichender Vorlaufphase eingestellt. Der gemeine Anwender erhält seit dem weder Sicherheitsupdates noch eine Art von Service Pack. Das Support Ende wurde von Microsoft bereits zur Veröffentlichung von Windows XP im Jahre 2002 angekündigt bzw. anvisiert.

Behörden, darunter auch die Berliner Verwaltung, haben gewohnt langsam reagiert und waren demnach nicht in der Lage zeitnah sämtliche Computersysteme auf ein neueres Betriebssystem, wie Windows 7 oder Windows 8, umzustellen. Für einen Betrag von 300.000 € konnte der Support von Microsoft um ein Jahr verlängert werden. Auch andere Länder, z. B. die britische Regierung, sicherten sich durch einen finanziellen Ausgleich eine Verlängerung des Windows XP Support.

Quelle: Rbb

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