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Der flügellahme Bundestrojaner

BKA-Trojaner Smartphone
Der sogenannte BKA-Trojaner befällt immer mehr Smartphones. (© frank peters - Fotolia.com)

Sollte sich der Bericht der Welt am Sonntag als zutreffend heraus stellen, ist die Gefahr, die für Kriminelle durch den Bundestrojaner ausgeht, sehr überschaubar. Die Überwachung von Rechnern ist dabei nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich:

  • der Trojaner kann nur Windows. Andere Betriebssysteme wie Linux oder Mac OS X werden nicht unterstützt. Auch mobile Betriebssystem sind vor dem Virus sicher.
  • der Trojaner kann nur Skype. Moderne Formen der Kommunikation lassen sich nicht überwachen. WhatsApp, Threema oder andere System sind damit weitgehend sicher.

Das muss natürlich nicht dauerhaft so bleiben, aber derzeit zumindest wirkt der Trojaner relativ zahlos. Einen Otto-Normaluser mit Windows PC wird man damit sicher abschnorcheln können, aber wer mit wirklich böser Absicht kommuniziert, nutzt sicher nicht Skype. Vor allem nicht, nachdem Microsoft bereits von sich aus die Behörden informiert hatte, als das Unternehmen auf problematische Inhalte gestoßen ist.

Der Bundestrojaner scheint damit in erster Linie ein Placebo zu sein, dass die Sicherheitsbehörden ruhig stellen soll und suggeriert, dass man etwas tun könnte. Für den praktischen Einsatz und eine effektive Anwendung fehlen aber die wirklichen Funktionen. Das sehen im Übrigen auch die ermittelnden Beamten so. Die Welt zitiert dazu einen LKA Mitarbeiter:

„Egal ob Dschihadisten oder Rechtsextremisten. Sie alle kommunizieren über Whatsapp oder andere Instant-Messenger. Skype abzuhören bringt bei diesen Leuten nicht viel“

Bleibt die Frage, wie viel Geld wohl in die Entwicklung dieser kaum nutzbaren Überwachungstechnik geflossen ist. Wahrscheinlich wird es nicht zu wenig gewesen sein …

 

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3 comments

  1. Warum ausgerechnet Skype? Das war doch ohnehin schon die unsicherste aller Chat-Apps? Oder ist das gerade der Grund? Heute nutzen doch alle, die Wert auf Sicherheit legen (nicht nur Terroristen, auch Privatsphäre-Fanatiker wie ich), Threema oder Signal.

    • Eventuell war das Teil der Ausschreibung und daran hat sich Finfisher gehalten.

      • Schön und gut, aber dann stellt sich eben die Frage, weshalb in der Ausschreibung von Skype (statt von Apps wie Threema oder Signal) ausgegangen wird.