Sonntag , 4 Dezember 2022

Das digitale Magazin für Deutschland

O2 und Ericsson zeigen Richtfunk für 5G Funkmasten

Ericsson und O2 Telefónica haben in einem Feldversuch gemeinsam erfolgreich demonstriert, dass 5G-Mobilfunkstandorte in ländlichen Gebieten statt mit Glasfaser auch mit leistungsfähigem Richtfunk angebunden werden können. Die Technologie kann den großflächigen 5G-Ausbau beschleunigen.

Das Ergebnis dieser Demonstration zeigte, dass ein Richtfunk-Backhaul über herkömmliche Frequenzbänder den kontinuierlichen Ausbau leistungsstarker 5G-Netze unterstützen und damit den Mobilfunk in städtischen bis hin zu vorstädtischen und ländlichen Gebieten verbessern kann – eine der größten Herausforderungen für Mobilfunknetzbetreiber beim flächendeckenden 5G-Ausbau.

„Wir versorgen Millionen von Kunden in ganz Deutschland mit schnellem 5G. Für uns hat es Priorität, die Digitalisierung durch mobile Konnektivität und einen schnellen 5G-Ausbau weiter in ländliche Gebiete und Vororte zu bringen“, sagt Aysenur Senyer, Director of Transport Networks bei O2 Telefónica. „Gemeinsam mit unserem Partner Ericsson leisten wir Pionierarbeit bei neuen, leistungsstarken Richtfunklösungen, die Carrier Aggregation und MIMO-Technologie nutzen, um den 5G-Verkehr über große Entfernungen in ländlichen Gebieten zu transportieren, wenn Glasfaser nicht in Frage kommt. Diese Technologie ermöglicht es, glasfaserähnliche Verbindungen über Richtfunk bereitzustellen und den 5G-Ausbau weiter zu beschleunigen.“

Ricardo Queirós, Head of Microwave Systems, Business Area Networks, Ericsson, sagt: „Der Zugang zu mobilen Hochgeschwindigkeitsdiensten ist der Schlüssel zur Überwindung der digitalen Kluft, die durch weniger gut angebundene Gebiete entsteht. Diese gemeinsame Demo mit O2 Telefónica in Deutschland zeigt, wie ein Richtfunk-Backhaul hochleistungsfähige 5G-Dienste effizient in Regionen außerhalb der traditionellen dichten Stadtgebiete verbreiten kann.“

„Drahtloses Backhaul hat maßgeblich zum Erfolg von Mobilfunknetzen und deren flächendeckender Versorgung beigetragen. Jetzt ist es an der Zeit, die Grenzen des Möglichen zu verschieben und die Richtfunkübertragungstechnologie weiterzuentwickeln, um eine hochleistungsfähige 5G-Abdeckung in einem viel breiteren Maßstab zu ermöglichen“, fügt Queirós hinzu.

Die Verlagerung der Arbeit von zu Hause aus während der Covid-19-Pandemie verdeutlichte den Bedarf an schnellen und zuverlässigen Verbindungen in nicht-städtischen Umgebungen und die Herausforderung bestand darin, eine telekommunikationsgerechte Verfügbarkeit über Entfernungen von zwei bis drei Kilometern aufrechtzuerhalten.

Die Fähigkeit, solch hohe Datengeschwindigkeiten über Entfernungen von mehr als 10 Kilometern – der Reiseflughöhe eines Verkehrsflugzeugs – zu liefern, eröffnet neue Möglichkeiten für die Bereitstellung von zuverlässigen Breitbandverbindungen mit niedrigen Latenzzeiten in schwer zugänglichen Gebieten.

Bisher war es schwierig, solche Gebiete zu versorgen, da hohe Kapazitäten große Bandbreiten erfordern, die normalerweise nur in Millimeterwellen-Frequenzbändern (E-Band) verfügbar sind. Das E-Band wird im Vergleich zu den niedrigeren Frequenzbändern stärker durch Regen beeinträchtigt, was die Bereitstellung eines konsistenten Dienstes über große Entfernungen bei ungünstigen Wetterbedingungen erschwert.

Technische Details

In der gemeinsamen Demo mit O2 Telefónica in Deutschland besteht die wichtigste Innovation in der Möglichkeit, MIMO mit hoher Modulation in den 112-MHz-Kanälen zu nutzen (kommerzielle MIMO-Lösungen unterstützen Kanäle bis 56 MHz), die mit Carrier Aggregation kombiniert wurden, um ähnliche Kapazitäten wie im E-Band in den unteren Frequenzbändern zu ermöglichen. Die Demolösung hat die Hop-Länge mit extrem hoher Kapazität auch bei ungünstigen Wetterbedingungen verlängert.

Die Backhaul-Verbindung nutzte das 18-GHz-Frequenzband, duale Antennen in einer MIMO-Konfiguration und kommerzielle MINI-LINK-Radioeinheiten zusammen mit einem vorkommerziellen Basisband-Algorithmus, der die Nutzung von MIMO in 2x 112-MHz-Kanälen ermöglichte. MIMO gewährleistet eine effiziente Nutzung der begrenzten Frequenzressourcen. Die gleiche Kapazität ohne MIMO würde eine Bandbreite von 448 MHz in einer kreuzpolaren Anordnung erfordern.

Richtfunk gilt gemeinhin als kosten- und zeiteffizientere Option im Vergleich zum Einsatz von Glasfaser. Die Demo von O2 Telefónica hat gezeigt, dass hohe Verfügbarkeit und hohe Kapazität auch mit drahtloser Übertragung erreicht werden können.

Die Demo ist die jüngste in einer Reihe von Kooperationen mit O2 Telefónica in Deutschland, die sich über mehrere Jahre erstreckt. Ericsson ist einer der Hauptlieferanten des Telekommunikationsanbieters in allen Bereichen der Richtfunktechnologie, und die beiden Unternehmen haben mehrere erfolgreiche gemeinsame Projekte rund um die Richtfunktechnologie durchgeführt, weitere sind für die Zukunft geplant.

Quelle

Weiterlesen!

EU: Wenig Fortschritte beim Kampf gegen Hassrede im Netz

Die Europäische Kommission hat heute die Ergebnisse ihrer siebten Bewertung des Verhaltenskodex für die Bekämpfung illegaler …